Geschichte

Erste reformierte Spuren finden sich in Luzern in der Reformationszeit anfangs 16. Jahrhundert. Herausragender Kopf ist dabei Oswald Myconius.

Vertreibung

1522 kommt es jedoch zu einem harten Durchgreifen der Regierung und die Reformierten werden vertrieben oder gar hingerichtet. Ein letzter Aufsehen erregender „Ketzerprozess“ findet noch 1747 gegen den pietistischen „Sulzjoggi“ von Werthenstein statt.

Öffnung in Stadt und Land

50 Jahre später hat sich die Lage geändert. Im Rahmen der Helvetischen Tagsatzung findet 1798 in der Jesuitenkirche ein erster reformierter Gottesdienst statt. 1827 gilt dann als Gründungsdatum für die reformierte Kirchgemeinde Luzern. Nach Gewährung der Niederlassungsfreiheit 1848 ziehen vermehrt Reformierte auch nach Luzern. 1861 entsteht die Matthäuskirche an der Hertensteinstrasse. 1876 umfasst diese Gemeinde das ganze Amt Luzern und Emmenbrücke.

Auch auf der Landschaft organisiert sich nun das reformierte Leben. Eine zweite Gemeinde entsteht 1886 in Willisau; Es folgen Kirchlein in Sursee, Schüpfheim und Wolhusen. All dies wäre nicht möglich gewesen ohne die tatkräftige Hilfe der Hilfsvereine verschiedener reformierter Kantone.

Protestantenvereinigungen

An zahlreichen Orten schliessen sich die Reformierten zusammen zu örtlichen Protestantenvereinigungen, welche die eigentlichen Träger des reformierten Lebens sind. Dabei sind die einzelnen Kirchgemeinden nur ganz lose verbunden in einer „Kommission für gemeinsame Angelegenheiten“. Dies wandelt sich erst nach der Änderung der staatlichen Gesetzgebung, welche die Gründung der Evangelisch-Reformierten Kirche des Kantons Luzern im Jahre 1969 ermöglicht. Die damals beschlossene Organisation ist auch heute noch in Kraft.

Gegen aussen wurde die reformierte Luzerner Kirche vorerst vertreten durch den Kirchenverband der Zentralschweiz (EKZ). 1989 ist sie dort ausgetreten und hat sich direkt dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK) angeschlossen.