Eine neue Präsidentin und eine Synode zwischen Aufbruch und Kontinuität

Die 104. Synode der Reformierten Kirche Kanton Luzern hat Frau Ursula Stämmer-Horst als zukünftige Synodalratspräsidentin gewählt, Aktivitäten zum Reformationsjubiläum erhalten Ressourcen, der „Blickpunkt Diakonie“ wird vorgestellt, und es fehlt eine nachhaltige Lösung zur Finanzsituation.

 
„200 Jahre unverschämt viel Hoffnung“, unter diesem Jubiläumsmotto von Mission 21 stand das Eröffnungsreferat der Synode. Frau Dr. Christine Christ-von Wedel, Ehrenpräsidentin des Vorstands von Mission 21, schlug eine Brücke von der Geschichte der 1815 gegründeten Basler Mission zu aktuellen Herausforderungen. In Anerkennung der geleisteten und als Unterstützung der heutigen Arbeit überreichte der Synodepräsident einen Check über 10’000 Franken.

 
Danach wurde die 104. Synode eröffnet. Norbert Schmassmann begrüsste die Synodalen erstmals in seiner Funktion als Synodepräsident. Anhand der drei Themenfelder: Legitimation, interreligiöser Dialog und Auftrag, stellte er sich vor und motivierte dazu, „das Salz der Erde zu sein“.

 

Nach profilierten Äusserungen wurden Beschlüsse mit grosser Mehrheit gefasst. Die Bewilligung von 60’000 Franken für das Reformationsjubiläum schafft die notwendigen Ressourcen, damit dieses zentrale Jubiläum innerhalb der Kantonalkirche angepackt werden kann. Der Entscheid über den Beitritt zur ‘Kontinentalversammlung Europa` von Mission 21 vertieft das inhaltliche Engagement, und die Vorstellung eines Positionspapiers zur Diakonie betont dieses wichtige Handlungsfeld der Kirche.

 

Der mit grösster Spannung erwartete Moment der Synode war die Wahl einer neuen Synodalratspräsidentin. Frau Ursula Stämmer-Horst wurde in den Synodalrat und gleichzeitig zu dessen zukünftiger Präsidentin gewählt. Wertschätzung und Sympathie prägten die Voten der Fraktionen, die Wahl erfolgte ohne Gegenstimme. Ursula Stämmer-Horst nahm die Wahl an. Unter Verweis auf ihren Konfirmationsspruch (2. Samuel 22,33) stellt sie sich einer gemeinsamen Zukunft, die in knapp einem Jahr zum 1. November 2016 beginnt. Bis dahin ist sie noch als Stadträtin von Luzern tätig. Die Geschäfte im Synodalrat werden in der bisherigen Form weitergeführt.

 

Für intensive Diskussionen sorgte die finanzielle Situation der Kantonalkirche. Man sah die Sparbemühungen des Synodalrats, genehmigte die Erhöhung des Beitrags der Kirchgemeinden, auch das vorgelegte Budget 2016 wurde angenommen. Allerdings wird das Fehlen grundlegender Veränderungen bemängelt, die dem bereits früher festgehaltenen strukturellen Defizit entgegenwirken. Die Fraktionen mahnten vor einem weiteren Rückgang des Eigenkapitals. So wurde der vorgelegte Finanzplan zwar zur Kenntnis genommen, aber mit der Bemerkung versehen, dass der Synodalrat Massnahmen vorschlagen muss, damit das Eigenkapital wieder bei 75% des Jahresetats liegt.

 

Die einstimmige Annahme des Rechenschaftsberichts des Synodalrats für die Amtsdauer vom 1. Juli 2013 bis zum 30. Juni 2015 machte deutlich, dass Synodale, Fraktionen und Synodalrat bei allen Diskussionen und Differenzen gemeinsam unterwegs sind. Dank und Wertschätzung gegenüber Freiwilligen, Ehrenamtlichen und Angestellten der Kirche wurde bei den einzelnen Traktanden sichtbar. Ein ausserordentlicher Dank ging an den Synodalsekretär, Peter Möri , für seinen Einsatz zugunsten der Kantonalkirche seit 25 Jahren.