Ökumenische Notfallseelsorge/Care Team im Jahr 2014: Weniger Einsätze, aber mehr Stunden pro Einsatz

Bei Unfällen, Suiziden oder aussergewöhnlichen Todesfällen kümmern sie sich um Angehörige, Augenzeugen und unverletzte Beteiligte: Notfallseelsorgende und Care Givers. Im vergangenen Jahr verzeichneten sie weniger Einsätze, dafür stieg der Aufwand pro Einsatz beträchtlich.

Mit dem Vorjahr ist 2014 nicht vergleichbar; dieses war von der Gewalttat in Menznau von Ende Februar 2013 geprägt. Im vergangenen Jahr stand die Notfallseelsorge/CareTeam Kanton Luzern (NFS/CT )[1] 49 Mal im Einsatz, am häufigsten bei ausserordentlichen Todesfällen und Suiziden. 379 Stunden waren Notfallseelsorgende und Care Givers insgesamt präsent. Die aufgewendete Zeit pro Einsatz hat sich damit – von «Menznau» abgesehen – in den vergangenen Jahren mehr als verdoppelt.[2] Dies liegt daran, dass die Einsätze komplexer wurden. Es werden mehr Personen pro Fall betreut, was mehr Notfallseelsorger und Care Givers erfordert. Grund dafür dürfte sein, dass sich die Care-Arbeit inzwischen stark gefestigt hat und von den Betroffenen gerne in Anspruch genommen wird. Um professioneller arbeiten zu können, werden vermehrt Zweier-Teams statt Einzelpersonen aufgeboten. Allerdings stossen Notfallseelsorge/CareTeam hier an personelle und finanzielle Grenzen.

Das Team besteht zurzeit aus 40 Mitarbeitenden. Diese kümmern sich in Notsituationen um Angehörige, unverletzte Beteiligte und Zeugen, sie leisten Angehörigen Beistand bei Suizid oder beim Überbringen von Todesnachrichten. Aufgeboten werden die Notfallseelsorgenden und Care Giver vom Rettungsdienst 144, von der Polizei oder der Feuerwehr. 365 Tage, rund um die Uhr, sind zwei Seelsorgende/Care Givers auf Pikett. Die Zusammenarbeit mit den Blaulichtorganisationen ist sehr gut.

Um für Grossschadenereignissen optimal gewappnet zu sein, wurde die Zusammenarbeit mit dem Zivilschutz auf operativer Ebene intensiviert. So kann die NFS/CT inskünftig auf Führungsunterstützung und auf das Alarmierungssystem des Zivilschutzes zurückgreifen.

Seit dem Sommer 2010 war Hans-Peter Vonarburg Bereichsleiter von NFS/Care-Team. Seine Nachfolge hat am 1. November 2014 Christoph Beeler-Longobardi übernommen, Gemeindeleiter der Pfarreien Schongau und Aesch/Mosen, der zusammen mit Thomas Seitz die Notfallorganisation leitet.


[1] Die Organisation Ökumenische Notfallseelsorge/Care Team Kanton Luzern besteht in dieser Form seit rund vier Jahren, als sich die beiden Partner zusammenschlossen. Sie wird gemeinsam getragen von den drei Luzerner Landeskirchen und vom Kanton. Zurzeit stehen ihr 40 Personen zur Verfügung, von denen 13 in der Seelsorge tätig sind, 27 Frauen und Männer in anderen Bereichen, etwa der Pflege, Spitex oder der Notfallpsychologie. – Die Leitung von Ökumenische Notfallseelsorge/Care Team Kanton Luzern haben Christoph Beeler-Longobardi, kath. Gemeindeleiter in Schongau, und Thomas Seitz, hauptberuflich bei der Swisscom tätig.

[2] 2010 3.05 Stunden; 2011 2.7 Stunden; 2012 4.9 Stunden; 2014 7.7 Stunden