Parlament der Reformierten Kirche Luzern diskutierte über die Zukunft «Tragbare Regelungen finden»

Unsichere Rahmenbedingungen prägen die Finanzen 2015 der Reformierten Kirche Luzern. Dennoch wurde das Budget mit einem Gesamtaufwand von 14,88 Mio. Franken bei gleichbleibendem Steuerfuss und einem moderaten Defizit von 33‘000 einstimmig genehmigt. Auch für die Sanierung von verschiedenen Liegenschaften und die Anpassung des Personalreglements erhielt der Kirchenvorstand grünes Licht.

Finanzchef Walter Wittmann erläuterte den Mitgliedern des Grossen Kirchenrats die kritischen Punkte des Voranschlags 2015: „Die Entwicklung der Steuererträge ist ungewiss. Wir haben rückläufige Mitgliederzahlen. Die Auswirkungen des Austrittsverfahrens der zwei Teil-Kirchgemeinden Horw und Meggen-Adligenswil-Udligenswil sind noch nicht klar. Die Ausfinanzierung der Deckungslücken bei der ehemaligen Pensionskasse sollte bis 2015 abgeschlossen sein. Und wir müssen bei den Beiträgen an die Kantonalkirche mit einer Erhöhung rechnen.“ Zudem seien bei verschiedenen Liegenschaften notwendige Sanierungs- und Renovationsarbeiten geplant. Man habe vorsichtig budgetiert und bei der der Besoldung auf einen Teuerungsausgleich und auch auf einen Stufenanstieg verzichtet. Trotzdem wolle man den Steuerfuss bei 0,25 Einheiten belassen. Nach kurzer Debatte nahmen die 28 anwesenden Mitglieder des Grossen Kirchenrats den Voranschlag 2015 einstimmig zustimmend zur Kenntnis.

Planung für Lukas-Kirche bewilligt
Die Mitglieder des Parlaments der Reformierten Kirche Luzern sprachen von einem „grossen Brocken“ als es um den Projektkredit für die Gesamtsanierung von Kirche und Gemeindezentrum Lukas in Luzern ging. Für 850‘000 Franken soll eine umfassende Renovierung des städtebaulich wertvollen Gebäudeensembles geplant werden. Die Gebäude müssten in Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz umfassend renoviert und wo möglich optimiert werden. Sämtliche Kommissionen anerkannten den Sanierungsbedarf. Die Haustechnik beispielsweise sei bereits 80 Jahre alt. Mit Blick auf das komplexe  Vorhaben brauche es einen seriösen Kostenvoranschlag. Nur so könne eine zukunftsfähige Lösung ausgearbeitet werden. Diesen Argumenten schloss sich der Grosse Kirchenrat einstimmig an und bewilligte den Sonderkredit.

Rechtliche Abklärungen laufen
Kirchenvorstandspräsidentin Marlene Odermatt erläuterte den Mitgliedern des Grossen Kirchenrats den Verfassungsprozess und die Verhandlungen in der Synode, dem kantonalen Kirchenparlament: „Wir haben eine sachliche und konstruktive Diskussion angestrebt. Die Verhandlungen, gerade um die Kirchgemeinde Luzern, wurden teilweise sehr kontrovers geführt. Bei der zweiten Lesung im Mai 2015 hoffen wir auf eine Verbesserung bei der Sitzverteilung pro Mitglied im Parlament. Derzeit würde unsere Kirchgemeinde einen Sitz pro 1100 Mitglieder erhalten. Andere Kirchgemeinden erhalten bereits pro 330 Mitglieder einen Sitz. Die Folgen der neuen Verfassung für die Kirchgemeinde Luzern werden von uns nun rechtlich überprüft.“. Und sie informierte weiter, dass allenfalls eine Sondersession einberufen werde, um das weitere Vorgehen mit dem Parlament und den Teil-Kirchgemeinden zu diskutieren.

Anpassung Personalreglement
Parlament und Kirchenvorstand der Reformierten Kirche Luzern waren sich einig, dass beim Personal nicht immer gespart werden könne. Sie seien engagiert, motiviert und würden gute Arbeit leisten. Dennoch gelte es, vorsichtig zu agieren. Das Reglement verhindere die Ausrichtung einer Einmalzulage in guten Jahren. Dies wolle man mit einer Anpassung künftig ermöglichen, als Zeichen der Wertschätzung den derzeit 146 Mitarbeitenden gegenüber. In diesem Sinne wurde dem Antrag zur Anpassung des Personalreglements in erster Lesung einstimmig zugestimmt.