Reformierte Kirche Sursee: Sigrist verabschiedet und Erhöhung Steuerfuss genehmigt

An der Herbstversammlung der Reformierten Kirche Sursee von Freitag, 28. November 2014, präsentierte der Vorstand ein knappes Plus im Budget 2015 und eine Erhöhung des Steuerfusses. Die Stimmberechtigen bewilligten beides klar. Und verabschiedeten den langjährigen Sigristen Walter Binggeli mit einer Standing Ovation.

Von Geld und Geist
Mit einer aussergewöhnlichen Eröffnung begrüsste Christian Marti, Präsident des Kirchenvorstandes, die Anwesenden. Mit der Gitarre in der Hand sang er Mani Matters Lied «Dene wo’s guet geit». Und damit war klar, um was es an dieser Versammlung ging: Um das Budget 2015 und die geplante Erhöhung des Steuerfusses.
«Es geht zwar um Geld, aber vor allem um den Geist, nämlich darum, was wir mit dem Geld machen, welche Kirche wir wollen, was wir anbieten und wie wir Solidarität leben», so Marti. Das Budget 2015 schliesse mit Fr. 16’500.- zwar leicht im Plus, dies sei aber nur dank der Erhöhung des Steuerfusses von 0.22 auf 0.25 Einheiten überhaupt möglich. Ein Vergleich unter den Kirchgemeinden im Kanton zeige, dass die Mitglieder der Reformierten Kirche Sursee auch mit der Erhöhung immer noch zu den am tiefsten Besteuerten gehörten. Die Revision des kantonalen Steuergesetzes mit der Halbierung der Unternehmenssteuern sowie der Wahlfreiheit für den Gebäudeunterhaltsabzug habe innerhalb von nur vier Jahren zu einem Rückgang um 12% der Einnahmen geführt, also zu Fr. 267’000.- . erläuterte Marti. «Unsere Kirchgemeinde wächst weiter, wir müssen dringend in eine neue Teilzeitstelle und in unsere Liegenschaften investieren». Zu letzteren erklärte Hans-Jörg Luginbühl den geplanten Investitions- und Unterhaltsbedarf in Sempach und Sursee bis ins Jahr 2019 und Kirchengutsverwalterin Ginette Bättig lieferte die detaillierten Zahlen zu den einzelnen Positionen. Trotz Sparmassnahmen, Auslagerungen der Reinigung und neuem Nutzungsreglement könnten diese Massnahmen nicht ohne Erhöhung des Steuerfusses gestemmt werden, so Bättig. Nach wenigen Fragen aus dem Kreis der anwesenden 45 Stimmberechtigten, brachte Christian Marti die Erhöhung auf den Punkt: «Wir haben kein Geld gehortet in den Vorjahren, sondern die Steuern seit 2008 gesenkt. Jetzt beantragen wir eine Erhöhung, welche jedes Mitglied unserer Kirche künftig täglich zwanzig Rappen mehr kostet.» Das Budget 2015 und die Erhöhung des Steuerfusses wurden ohne Gegenstimmen, bei einer Enthaltung, angenommen.

Walter Binggeli mit Standing Ovation verabschiedet
Nach den ganzen Zahlen rund ums Budget 2015 und die Investitionen in die Kirchenzentren in Sempach und Sursee, trat Pfarrer Hans Weber (Sempach) vor die Anwesenden und bat Walter Binggeli, Sigrist in Sempach und Sursee, zu ihm nach vorne. Pfarrer Weber verabschiedete Walter Binggeli, welcher das Amt des Sigristen 18 Jahre innehatte. «Unser Mann für alle Fälle, of dä hesch emmer chönne zälle» leitete Pfarrer Weber ein und reimte ein Loblied, welches in einem langen Applaus und einer Standing Ovation für Walter Binggeli endete. «Wir wünschen Dir und Deiner Frau für euren weiteren Lebensweg weiterhin viel Freude. Und brauchen ein ganzes Team, um Dich zu ersetzen.»

Zum Abschluss der Versammlung berichtete Kurt Bösch, Mitglied des Kirchenvorstandes, der kantonalen Synode sowie Präsident der Verfassungskommission, aus dem laufenden Geschäft des neuen Verfassungsentwurfes. «Können wir trotz engagierten Diskussionen rund um den Bestand und die Grösse der reformierten Kirchgemeinden den Terminplan halten, so werden Sie im Herbst 2015 über die neue Verfassung abstimmen können», so Bösch.