Reformierte Synode von hoher Emotionalitaet

Die 103. Synode der Reformierte Kirche Kanton Luzern hat ihre neue Verfassung verabschiedet und ihrem Präsidenten, David A. Weiss, für 28 Jahre Arbeit im Synodalrat, davon 22 Jahre im Präsidium, gedankt. Gleichzeitig fand die Synode keine Lösung für seine Nachfolge. Infolge dessen trat Tanja Steger als Synodalrätin zurück.

Die 103. Synode hat wichtige Arbeiten abgeschlossen und mit der neuen Verfassung ein zentrales Grundlagendokument ausgearbeitet. Die Zusammenarbeit mit David A. Weiss, der 28 Jahre Synodalratsmitglied und 22 Jahre Präsident des Synodalrats war, hat für Kontinuität und Verlässlichkeit gesorgt. Diese Erfolge wurden in der Feierstunde im Anschluss an die Synode unter Aufnahmen des Zwinglizitats gewürdigt „Etwas Tapferes ist gelungen“, welches von Regierungspräsident Reto Wyss wie auch vom Präsidenten des Rats SEK Gottfried Locher aufgenommen wurde. Es wurde aber auch deutlich, dass Synode und Synodalrat dringend in einem zweiten Prozess ihre Kräfte bündeln müssen, um die Nachfolge des Präsidiums im Synodalrat regeln zu können.

Dass massive Ressourcen der Synode und des Synodalrats in den letzten zwei Jahren im Verfassungsprozess gebunden waren, wurde gewürdigt und verdankt. Vielleicht haben diese gefehlt, um die Nachfolgeregelung für David A. Weiss ebenso erfolgreich aufzugleisen? Eine Kehrseite der langen Kontinuität formulierte ein Synodenmitglied wie folgt „Wir haben es verlernt, dies zentrale Wahlgeschäft angemessen vorzubereiten“.
Wie auch immer: Die Wahl der einzigen Kandidatin wurde nach intensiver und emotional geführter Diskussion mit knapper Mehrheit auf die Herbstsynode verschoben. Die einzige Kandidatin Tanja Steger gab infolge ihren sofortigen Rücktritt bekannt. Die Reaktionen aus der Synode machten deutlich, dass es jetzt tapfere und besonnene Schritte benötigt, um eine Aufarbeitung des Geschehenen vorzunehmen und den Weg für die Neubesetzung des Präsidiums möglich zu machen.
In der Schlussabstimmung wurde nach letzten Anpassungen die Totalrevision abgeschlossen, und mit der neuen Verfassung die rechtliche, wirtschaftliche und organisatorische Grundlage für die zukünftige Arbeit von Landeskirche und Kirchgemeinden gelegt. Die ausserordentlich intensive Arbeit der vorbereitenden Verfassungskommission unter Leitung von Kurt Boesch, der Fachgruppen, der Synode und des Synodalrats wurden gewürdigt und verdankt. Die Luzerner Reformierten stimmen über die Kirchenverfassung am 6. Dezember 2015 ab.

Ebenfalls einstimmig genehmigt wurde die Jahresrechnung 2014, die trotz geringerem Steuerertrag und dank kontinuierlicher Sparbemühungen ein annehmbares Ergebnis verzeichnete. Bei einem Ertrag von CHF 1’703’215.- weist die Rechnung ein Minus von CHF 102’013 aus. Alle Fraktionen wiesen darauf hin, dass man auch weiterhin den Aufwand reduzieren müsse, um einem strukturellen Defizit entgegenzuwirken.
Die angespannte Finanzlage bestimmte auch die Diskussion um das Besoldungsreglement über die Entschädigung des Synodalrats. Unbestritten war der Wunsch, Synodalrätinnen und Synodalräte in Zukunft bei funktionsbedingten Risiken wie Abwahl oder Rücktritt infolge Erkrankung finanziell mit andern Arbeitnehmenden gleichzustellen. Nach einer Diskussion um weitere Sparmöglichkeiten wurde der Antrag, wie vorgelegt, angenommen. Zusätzlich zum Mutterschutzurlaub wurde ein einwöchiger Vaterschaftsurlaub ermöglicht.

Die 103. Synode wählte Norbert Schmassmann, Luzern als Präsident und Fritz Bösiger, Ufhusen als Vizepräsident mit grosser Mehrheit. Die Synode verdankte den amtierenden Synodepräsidenten Daniel Schlup mit grossem Applaus für seine umsichtige Geschäftsführung.

Weiter gewählt wurden:
Peter Laube, Luzern und Martha Schärli, Luzern als Sekretär/in
Hanspeter Kellenberger, Luzern und Vreni Meier, Reiden als Stimmenzähler/in
Daniel Rüeugg, Emmenbrücke und Axel Achermann, Kriens als stellvertretende Sekretäre
Susan Siegrist, Emmenbrücke und Marianne Guebey, Kriens als stellvertretende Stimmenzählerinnen