Sozialberatung – Am Puls des Lebens

275 Einzelpersonen, Paare oder Familien, profitierten im letzten Jahr vom Angebot der Sozialberatung der Reformierten Kirche Luzern. Eine starke Zunahme lässt sich bei jungen Erwachsenen und Menschen ab 50 Jahren fest stellen. Gross ist auch die Belastung von allein erziehenden Frauen.

Das vierköpfige Team der Sozialberatung der Reformierten Kirche Luzern betreute im 2014 leicht mehr Fälle als in den Vorjahren, aber die Schwerpunkte haben sich spürbar verändert. Die Anzahl der Dossier von jungen Erwachsenen und von Ratsuchenden der Altersgruppe 50 plus haben mit je einem Drittel deutlich zugenommen. Hoch ist auch die Beratung von allein erziehenden Müttern, deren junge Erwachsene massive Schwierigkeiten beim Schritt ins Erwachsenenalter haben. Angestiegen sind zudem Beratungen zu Finanzen und Schulden. Auffallend ist zudem die Zunahme der Unterstützungsleistungen für Miete und Umzug. Nach wie vor ist erschwinglicher Wohnraum in der Stadt Luzern und zunehmend in deren Agglomeration rar und deshalb der Erhalt einer günstigen Wohnung besonders wichtig.

Meist wenden sich Menschen an die Sozialberatung, die seit längerer Zeit in einer schwierigen Lebenssituation stehen. Gelingt es neue Perspektiven zu schaffen, dann hat dies nicht nur einen positiven Effekt auf die Person, sondern auch auf deren Umfeld.

Menschen 50+

Die Anzahl der Ratsuchenden dieser Altersgruppe hat im letzten Jahr beängstigend zugenommen. Im Beratungsalltag zeigt sich immer wieder: Für Menschen ab 50 ist es eine grosse Herausforderung nach einem einschneidenden Ereignis, wie Stellenverlust oder Trennung, wieder Tritt zu fassen. Die soziale Vernetzung, die Selbstpflege, die Optimierung des Budgets und die bestmögliche Unterstützung bei der Stellensuche sind die Herausforderungen.

Junge Erwachsene

Ein Abbruch der Lehre, Konflikte im Elternhaus und unregelmässige Einkommen durch Temporärjobs sind keine idealen Voraussetzungen um den Weg in die Selbstständigkeit zu schaffen. Zusammen mit den Betroffenen gilt es die Budgetierung in den Griff zu kriegen und danach die berufliche Neuorientierung und soziale Vernetzung, damit ein Neubeginn ohne finanzielle Last möglich wird. Die Ratsuchenden der Altersgruppe zwischen 20 und 30 haben ebenfalls um einen Drittel zugenommen. Oft wenden sich auch Eltern an die Sozialberatung, deren jugendliche Kinder massive Schwierigkeiten bei den anstehenden Schritten ins Erwachsenenleben haben. Hier ist das Ausloten eines adäquaten Umgangs mit ihren Töchtern oder Söhnen Thema.

Allein erziehende Mütter

Allein erziehende Mütter kämpfen oft mit Doppelbelastungen durch Familie und Teilzeit-Anstellung sowie mit knappen Budgets. Eine Veloreparatur, Anschaffungen für das Schullager und eine unerwartet hohe Zahnarztrechnung können zu finanziellen Engpässen führen. Wichtige Inhalte des Beratungsprozesses sind die Suche nach Erholungsräumen, die Optimierung des Budgets und das Besprechen von Erziehungsfragen sowie mögliche finanzielle Unterstützung aus dem Sozialfonds der Reformierten Kirche Luzern.

Das Team der Sozialberatung von links: Susanne Huber, Irma Bucher, Birthe Sörensen, Doris Krummenacher (Leiterin)