Augen auf beim Ferienkauf

Ob Gemeindereise oder Familienferien – hat Ihr Ferienziel kein Label für fairen Tourismus, ist es wichtig nachzufragen, ob allenfalls das Hotel die Abwässer klärt und faire Löhne zahlt. Die Frage, ob Sie die Seele besser baumeln lassen können im – per Bahn erreichbaren – Tessin oder all-inclusive auf den Malediven, ist angesichts der Ökobilanz auch klimarelevant. Tourismus ist ein boomender Wirtschaftszweig, den gerade wir Schweizerinnen und Schweizer intensiv nutzen.

Christine Plüss, Geschäftsleiterin des Arbeitskreis Tourismus & Entwicklung (akte) vermittelte an der diesjährigen OeME-Weiterbildung Informationen zum fairen und nachhaltigen Reisen. Sie nahm die 16 Teilnehmenden mit auf eine idyllische, virtuelle Reise.

Diese führt nach Kerala, auf eines der malerischen Hausboote auf dem Backwaters mit perfektem Service und spektakulären Aussichten. Im südindischen Vorzeigestaat mit hohem Bildungsstand, wenig Armut, einem funktionierenden Bildungs- und Gesundheitssystem gewinnt der Tourismus wirtschaftlich zunehmend an Bedeutung.

„Die Hausboote sind zu einer grossen Plage geworden. Sie entsorgen ihren Müll direkt in die Backwaters. Der Grund des Sees ist voll von Plastiktüten und –flaschen.“ Diese Aussage eines früheren Dorfratspräsidenten weist auf das unschöne, zweite Gesicht der Tourismusindustrie hin: Abfälle, Wasserverschmutzung, Umweltbelastung, Zerstörung von Lebensräumen, schlechte Löhne, Kinderarbeit, prekäre Menschenrechtslage. Die Liste variiert je nach Destination.

Darum überprüfen Sie Ihre geliebten Reisedestinationen auf das Label «fairen Tourismus» und helfen Sie mit die nachhaltige Seite des Tourismus zu stärken. akte liefert viele Tipps für Reisende, um fair zu reisen und die Weichen für einen nachhaltigen Tourismus zu stellen. Mehr auf www.fairunterwegs.org