Ökumenische Kampagne

2015: Film.Mahl.Zeit!

Mit dem Folgen des Überkonsums von Nahrungsmitteln insbesondere Fleisch für Menschen und Natur im Süden befasste sich die Kampagne 2015 unter dem Motto „Weniger für uns. Genug für alle“. In luden wir am 27. Februar 2015 zur „Film.Mahl.Zeit!“ ein. Rund 130 Teilnehmerinnen, Helfer, Referenten und Köchinnen kamen zum Mahl an die festlich gedeckten Tische im MaiHof. Den Anfang bildete die Premiere des Films „Vom Fluch der Soja“ und ein Gespräch mit Josef und Lotti Stöckli, die den Alltag von Kleinbauernfamilien in Brasilien filmisch begleitet hattten. „Poltitisch – Kulinarisch – klimamverträglich“ war die anschliessende Mahl.Zeit gekocht von den Frauen von agriCatering und serviert von Mitarbeitenden der Kirchen in Luzern. Zwischen den Gängen sprachen elf Tischrednerinnen und -redner über ihr Verhältnis zu Nahrungsmitteln und deren Produktion.

2014: „Die Saat von heute ist das Brot von morgen“

Das Zusammenleben im gemeinsamen Welthaushalt und die Verteilungsgerechtigkeit heute und für kommende Generationen war das Thema der Kampagne 2014. Der Aktionstag in Luzern fand mit einem reichhaltigen Programm im Lukaszentrum statt. Nach Gottesdienst, Gwunderbar und Mittagessen zeigte das Cabaret Birkenmeier humorvoll (un-)mögliche Früchte heutiger Taten. „Aufpeppen und neu stylen statt wegwerfen“ war die Devise der Kleidertauschbörse für Jugendliche. Und dank der Unterstützung durch Nachwuchsdesigner Wesley Petermann entstanden Kreationen, die an der abschliessenden Modeschau stolz vorgeführt wurden.

2013: Ohne Land kein Brot

Landraub, Enteignung von Land und Ernährungssicherheit thematisierte die die Kampagne 2013 thematisierte. Die Konzertlesung vom 28. Februar in der Matthäuskirche „Pan y Tierra – Land und Brot“ näherte sich dem komplexen Thema Land und Landraub künstlerisch an. Beat Dietschy und Katharina Morello erzählten von Beziehungen und Begegnungen zwischen Süd und Nord und von Menschen, die das Leben in die eigenen Hände nehmen. Grupo Sal interpretierte lateinamerikanische Volkslieder virtuos und mitreissend.

2012: Mehr Gleichberechtigung heisst weniger Hunger

Den Zusammenhang von Geschlechterrollen und Ernährungssicherheit thematisierten wir unter dem Titel „mann isst, was frau kocht.“ sinnigerweise zwei Tage vor dem 8. März, dem internationalen Frauentag. Ausgehend von traditionellen Volksliedern gesungen vom Luzerner Chor ma non troppo – oftmals Abbild der herrschenden Geschlechterverhältnisse – diskutierten Fachleute aus dem Süden und aus der Schweiz Möglichkeiten gerechter Arbeits- und Rollenteilung zwischen Frauen und Männern und berichteten von Projekten gegen Hunger und Diskriminierung. Danach gab’s Gschwellti und Chäs.

2011: Des einen Schatz, des anderen Leid

Die Verbindung zwischen ungerechten Verhältnissen im Süden und Themen hier in der Schweiz herzustellen, ist für die ökumenische Vorbereitungsgruppe der Luzerner Kampageveranstaltung zentral. Für das Kampagnethema 2011 „Menschenrechte und Rohstoffabbau“ realisierten wir den Kurzfilm „Wenn der Napf ein Peruaner wäre“. Er wurde von der ökumenischen Kampagne übernommen und auch in anderen Kantonen rege benutzt.
Zudem organisierten wir in der Hertensteinstrasse einen alternativen Rohstoffmarkt und zeigten im stattkino den Film «Gold über alles». Im anschliessenden Podiumsgespräch diskutierten Fachleuten aus dem Süden und der Schweiz Voraussetzungen und Spielregeln für faire Verhaltensregeln im internationalen Rohstoffmarkt.

2010: Zur Eröffnung ein Fest der Sinne

Ein Umdenken und einen Wandel im weltweiten Handel fordern die Hilfswerke Brot für Alle und Fastenopfer. Die Kampagne zur Fastenzeit „Stoppt den unfairen Handel“ wurde mit einem bunten Strassenmarkt inmitten der Luzerner Fussgängerzone eröffnet. Im Angebot faier gehandelte Produkte aus allen Kontinenten.
Raus aus der Kirche, hinein ist das Treiben der Strasse, waren die Gedanken der Vorbereitungsgruppe für die Eröffnung der Ökumenischen Kampagne in Luzern. Beim Thema: „Stoppt den unfairen Handel“ kam schnell die Idee: Gehen wir da hin, wo Handel geschieht. Beim Kauf einer exotischen Frucht oder Schweizer Produkten sind wir so oder so immer auch Glied einer Kette von Fragen nach Gerechtem Handel und der Zukunft der Landwirtschaft weltweit.
Im stattkino stellten sich später Fachleute den Fragen. Der Film „Mit Vollgas in den Hunger“ mit folgender aufschlussreichen Diskussion liess Podium und Publikum spüren, wie wichtig und mutig die Vision von Gerechtem Handel und gerechten Handeln sein können.
Stimmungsbild vom Strassenmarkt

2009: säen UND ernten

Mit einem eindrücklichen Festakt wurde am 9. März in der Matthäuskirche die ökumenische Kampagne der Hilfswerke Fastenopfer und Brot für alle eröffnet. Der Impulsabend war geprägt von Engagement und Solidarität, von klaren Worten und guter Musik.
Wenn Safiatou Baldé aus Senegal von ihrem Land und den Auswirkungen des Klimawandels sprach, spürte man die Kraft und den Willen, auf die schwierigen Herausforderungen zu reagieren. Wie eng unsere Beziehung zwischen Nord und Süd ist, wurde durch Otto Schäfer, Umweltethiker der reformierten Kirche ebenfalls verdeutlicht. Die 40 Jahre Engagement würdigend versprach Stadtpräsident Urs W. Studer in seiner Laudatio zum Jubiläum der Kampagne eine Spende von 10 000 Franken. Mit packenden Klängen von Patricia Draeger und Albin Brun wurde der gelungene Abend abgerundet.

2008: Preis-Werte Nahrung oder je weniger Bauern – desto besser

Zwischen Willisau / Schweiz und Kapstadt / Südafrika liegen über 9000 Kilometer und riesige gesellschaftliche und kulturelle Unterschiede. Und doch gelang es bei einem ökumenischen Abend in der Luzerner Matthäuskirche, gemeinsame Themen und Anliegen zu finden. Unter dem Titel «Preis – Werte – Nahrung» kamen südafrikanische und schweizerische Bauernvertreter zur aktuellen «Brot für alle» / «Fastenopfer»-Kampagne ins Gespräch.
Mercia Andrews, Leiterin eines Bauernnetzwerks in Südafrika, beleuchtete die Entwicklung der Landwirtschaft in ihrem Land und wies darauf hin, dass die wachsenden, industrialiserten und exportorientierten Grossbetrieben die Existenz von immer mehr Kleinbauern zerstöre. «Zuerst müssten wir doch fragen, wie wir die Leute bei uns satt machen, bevor wir die Regale von Migros und Coop in der Schweiz mit Wein, Trauben und Grapefruits füllen.»
Auch Wendy Peter, Biobäuerin aus Willisau, stellte fest, dass die kleinen und mittleren Bauernbetriebe bedroht sind. «In unserer Industriegesellschaft gilt die Devise: Je weniger Bauern, desto besser. Unter diesem Motto werden die Böden ausgebeutet und zerstört, sozial wichtige Arbeits- und Lebenswelten zerstört und letztlich ist unsere Nahrungssicherheit gefährdet.»
Albert Ngojo, Kleinbauer aus Südafrika, appelierte eindrücklich an die grenz- überschreitende Solidarität. «Bauern und Verbraucher müssen sich weltweit zusammenschliessen, um zu verhindern, dass unsere Nahrung nur noch in den Händen von ein paar Konzernen liegt.»